Narzissmus

Heft 2/2015 - Anmoderation der Zeitschrift Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin mit dem Schwerpunkt-Thema: Narzissmus

Neises Gastschriftleiter dieser Ausgabe Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Hans-Peter Hartmann, Langgöns verbindet mit dieser Schwerpunktsetzung die folgenden Ziele: 

  • eine Sichtweise des Narzissmus aus verschiedenen therapeutischen Richtungen vorzustellen, 
  • weibliche/männliche narzisstische Symptomatik zu differenzieren und 
  • den Machtaspekt des Narzissmus zu vermitteln

Darüber hinaus gelingt den Autoren auch eine interessante Verknüpfung zwischen individueller Charakterprägung, dem Störungsaspekt und gesellschaftlichen Phänomenen. Betrachtet man die Lebenszeitprävalenz narzisstischer Persönlichkeitsstörungen, so beträgt diese bei Männern mit 7,7% eine sehr viel höhere Ausprägung als bei Frauen mit 4, 8%. Narzissmus hat aus mythologischer Sicht eine lange Tradition und ist neben der psychotherapeutischen Perspektive auch aus der soziologischen und der philosophischen seit Jahrzehnten von großem Interesse. Durch die Themenschwerpunkte des Heftes gibt H.-P. Hartmann einen Überblick zu Theorie und Therapie des Narzissmus. C.-H. Lammers stellt verhaltenstherapeutische Ansätzen bei narzisstisch gestörten Patienten vor. B. Boothe geht auf den weiblichen Narzissmus ein in seinen drei pathologischen Mustern und zwar den appellativen, den phallischen und den moralischen Narzissmus. H-J. Wirth beschreibt den Narzissmus als intersubjektives und gesellschaftliches Phänomen und thematisiert den Zusammenhang von Narzissmus und Macht. Darüber hinaus erscheinen zwei interessante Originalarbeiten zur stationären Psychotherapie sowie zur historischen Perspektive einer Persönlichkeitsstörung. Das Heft wird wie immer abgerundet mit Beiträgen aus Politik und Praxis und Verbandsnachrichten aus unserer Fachgesellschaft. Die Herausgeber wünschen ihnen eine spannende und bereichernde Lektüre.