Organzentren

Heft 3/2015 Anmoderation der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin“ mit dem Schwerpunkt-Thema: Organzentren

Die Gastschriftleiterin dieser Ausgabe, Frau Prof. Dr. med. Kerstin Weidner, Dresden, beschreibt im Editorial Chancen und Risiken der zunehmenden Bildung von Organzentren. Das Ziel solcher spezialisierten Zentren ist gezielte, frühzeitige Diagnostik mit einer strukturierten und patientenorientierten Behandlung zu verbinden. Behandlungsleitlinien sollten weiterentwickelt und Behandlungsergebnisse verbessert werden. Dafür sind sowohl eine moderne Ausstattung als auch die personelle Strukturqualität unter Einbezug des psychosozialen Bereichs bedeutsam. Die Integration aller notwendigen Fachdisziplinen als Qualitätsstandard wird politisch gefordert. Besondere Bedeutung gewinnen dabei psychosomatisch-psychotherapeutische Expertisen, welche in Brustzentren Voraussetzung für eine Zertifizierung sind. Denn sonst besteht die Gefahr, dass eine detaillierte organbezogene Datensammlung den Patienten als erlebendes Subjekt übersieht.

Als Beispiel für die eindrucksvollen Beiträge sei einer hervorgehoben der auf die Behandlung in einem Zentrum für Endometriose eingeht, wobei durch den Einbezug eines multidisziplinären Teams einschließlich psychosomatischer Kompetenz die therapeutische Versorgung verbessert wird. Dabei sollen zugleich die Forschung und Fortbildung Endometriose betreffend gefördert und dieses „Frauenleiden“ bekannter gemacht werden. Ein weiterer Beitrag beschreibt die Bedeutung der Psychodermatologie in Theorie und klinischer Praxis von Hauterkrankungen und die psychosozialen Aspekte in der Ätiologie, Diagnostik und Therapie, auch werden neue Hautprobleme vorgestellt. Schließlich wird ein Konzept zur Psychokardiologie des Göttinger Herzzentrums hinsichtlich interdisziplinärer kardiologischer stationärer Behandlungsmöglichkeiten anhand von zwei interessanten Fallbeispielen beschrieben. Der vierte Beitrag geht ein auf das breite Spektrum ärztlichen Handelns in der Psychoonkologie. Leitgedanke dabei ist das Bedürfnis nach Hoffnung auf Patientenseite und der Kompetenz Hoffnung zu vermitteln auf Behandler Seite.

Außerdem finden sich Beiträge zur ambulanten Gruppenpsychotherapie, ein Positionspapier der DGPPR zum Thema Sucht und Lesenswertes zum Prüfungsvorbereitungskurs für den Facharzt für Psychosomatik und Psychotherapie und - last but not least - wie immer die Informationspalette der Fachgesellschaften DGPM und VPK.

Alle an der Erstellung des Heftes Beteiligten hoffen dem Leser Interessantes, Nachdenkliches und Bereicherndes zu bieten.