Psychosomatik in der Orthopädie

Heft 2/2016 - Anmoderation der Zeitschrift Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin mit dem Schwerpunkt-Thema: Psychosomatik in der Orthopädie

Die Gastschriftleiter und Autoren dieser Ausgabe, Prof. Dr. med. Marcus Schiltenwolf, Heidelberg und Dr. med. Ulrich Peschel, Hamburg stellen im Editorial den Stellenwert der Psychosomatik in der Orthopädie vor.
Bei den meisten orthopädischen Erkrankungen ist der Schmerz das Leitsymptom. Das führt zu einem veränderten Körpererleben und dieses begleitenden negativen Affekten. Von orthopädischer Seite wird zunächst versucht das Schmerzerleben durch einen Körperschaden zu erklären, was aber nicht immer möglich ist. Auch wenn das Schmerzerleben durch einen körperlichen Befund gut erklärt werden kann, stehen nicht immer therapeutische Optionen zur Verfügung, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Zufriedenheit des Patienten führen, wie bei einer Hüftgelenksendoprothese bei Hüftarthrose. Die Autoren weisen auch darauf hin, dass trotz erfolgreicher operativer oder interventioneller Therapie nicht ausgeschlossen werden, dass am Behandlungserfolg insbesondere der Spontanverlauf oder ein Placeboeffekt mitwirkt. Die Tatsache, dass vieles rein organisch nicht erfolgreich zu reparieren ist, hat eine große Enttäuschung sowohl für den Patienten als auch für den Arzt/die Ärztin zur Folge.
Mit diesem Heft verbinden die Autoren das Anliegen einen Überblick zu geben, über die Arbeitsbereiche dieses Fachgebiets welche psychosomatische Grundkompetenz widerspiegeln und wie sich diese Erkenntnisse in der Beziehungsgestaltung zum Patienten niederschlagen. In den Beiträgen geht es um die Arzt-Patient-Beziehung sowie um neue Wege zur Integration der Psychosomatik in der kassenärztlichen Versorgung. Ein weiterer Schwerpunkt ist die bindungsorientierte Beziehungsgestaltung in der Arbeit mit Schmerzpatienten sowie die Auswirkungen des Bindungsstils auf Schmerzerleben und Bindungsstil. Schließlich wird das Konzept einer multimodalen Schmerztherapie im Kliniksetting vorgestellt.
Außerdem finden sich Beiträge zu speziellen Aspekten bei spezifischen Therapieverfahren, wie der Katathym Imaginativen Psychotherapie, KIP und Achtsamkeitsbasierter Therapieverfahren. Diese werden abgerundet mit einem Beitrag der Rubrik „Aus Politik und Praxis“.
Last not least finden Sie Informationen zu aktuellen Entwicklungen von den Fachgesellschaften DGPN und VPK.
Als Herausgeber des Heftes wünschen wir sowie die Autoren und Autorinnen viel Freude beim Lesen.