Ressourcenorientierte Psychotherapie

Heft 4/2015 - Anmoderation der Zeitschrift Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin mit dem Schwerpunkt-Thema: Ressourcenorientierte Psychotherapie

Der Gastschriftleiter dieser Ausgabe, Priv.-Doz. Dr. med. Wolfgang Wöller, Dad Honnef, beschreibt im Editorial Stellenwert und Umfang einer Ressourcenorientierten Psychotherapie.

Die Mobilisierung von Ressourcen, d. h. von vorhandenen Fähigkeiten und Erfahrungen, förderlichen Emotionen, Wissen und Kenntnissen des Patienten wurde inzwischen in allen psychotherapeutischen Schulen und bei allen psychischen Störungen für jede Psychotherapie als förderlich erkannt. Es geht um die Reaktionsmuster des Patienten, die nicht seine seelische Störung kennzeichnen, sondern als positive Reaktionsmuster die störenden Erlebens- und Verhaltensweisen hintanstellen. Es sind also Fähigkeiten und Möglichkeiten, die der Patient ohnehin mitbringt. In diesem Heft werden Grundprinzipien vermittelt, welche die Erkenntnis der Ressourcen und die Möglichkeiten zu ihrer Aktivierung aufzeigen. Es sind die beim Patienten vorhandenen Möglichkeiten, Eigenheiten, Fähigkeiten und Fertigkeiten, welche durch die Ressourcenorientierung in der Psychotherapie herausgestellt und für den therapeutischen Prozess genutzt werden. Dieses Heft vermittelt die Erkennung und Aktivierung der Patienten-Ressourcen und die Möglichkeiten ihrer Nutzung.

In den verschiedenen Beiträgen werden die therapeutischen Strategien zur Wahrnehmung der Ressourcen eines Patienten/einer Patientin und zu ihrer therapeutischen Nutzung dargestellt. Dabei decken die Beiträge die jeweils zentralen Aspekte der Ressourcenmobilisierung in der Psychotherapie ab: in der Psychotherapie körperlich Erkrankter, in der Onkologie sowie der stationären Psychotherapie. Auch wird gezeigt, dass Ressourcenorientierung in der psychodynamisch orientierten Psychotherapie ebenso hilfreich ist wie in den kognitiv-verhaltenstherapeutischen Methoden.

Außerdem finden sich Beiträge zur Musiktherapie, Kommunikation und Weiterbildung im Fach Psychosomatik in Europa - last but not least - wie immer die Informationspalette der Fachgesellschaften DGPM und VPK.

Alle an der Erstellung des Heftes Beteiligten hoffen hiermit dem Leser/der Leserin Perspektiven und Anregungen zu vermitteln.