Schmerz und Bindung

Heft 3/2014 der „Ärztlichen Psychotherapie“ mit dem Schwerpunkt „Schmerz und Bindung“

Die Heftherausgeber U.T. Egle und R. Nickel haben unter dem Thema „Schmerz und Bindung“ ein sehr interessantes Heft herausgegeben, das sich auf die Jahrestagung der IGPS, Gesellschaft für psychosomatische Schmerztherapie, bezieht und deren Jahrestagung 2013. Anliegen ist die Verbesserung der bio-psycho-sozialen Versorgung von chronischen Schmerzpatienten. Dazu zeigen sie die Bedeutung von Bindungsmuster auf das individuelle Schmerzerleben auf. Die Grundlagen der Bindungstypologie werden aufgeführt und ihre Bedeutung für die Gestaltung der Arzt-Patient-Beziehung. Von Bedeutung ist dabei, dass sogenannte Bindungshormon Oxytocin. Dieses Hormon hat wie bisher die Grundlagenforschung zeigt, Einfluss auf spätere Bindungs- und Beziehungsfähigkeit. Beeinflusst auch als Antistresshormon das Schmerzerleben.

Ein weiterer Beitrag geht auf die neurobiologischen Untersuchungen ein und führt die Ergebnisse der zentralen Bildgebung aus in der Bedeutung von Verknüpfung von zentraler Schmerzverarbeitung und Bindung. So führt z.B. das Erleben von Ausgrenzung Schmerzreize verstärkt wahrnehmen lässt und auch Schmerzerleben auslösen kann. In diesem Zusammenhang wird von sozialem Schmerz gesprochen, der mit sozialen Ängsten einhergeht, bei den Betroffenen als Schmerzerleben wahrgenommen wird. Am Beispiel des Fibromyalgie-Syndroms wird der Bezug all dieser Ergebnisse zu einem klinischen Krankheitsbild ausgeführt und am Beispiel der Musiktherapie die Umsetzung eines Behandlungsansatzes zum Thema Bindung und Schmerz dargestellt.

Darüber hinaus finden Sie interessante Informationen in den Rubriken und wie immer die aktuellen Informationen aus Fachgesellschaften als Herausgeber des Heftes DMGP, Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Medizin und ärztliche Psychotherapie und VPK, Vereinigung psychotherapeutisch tätiger Kassenärzte.