Somatoforme Störungen

Heft 1/2015 Anmoderation der Zeitschrift „Ärztliche Psychotherapie und Psychosomatische Medizin“ mit dem Schwerpunkt-Thema: Somatoforme Störungen

Patienten mit anhaltenden funktionellen und somatoformen Körperbeschwerden, bei denen eine organische Erkrankung ausgeschlossen wurde, stellen nach wie vor eine besondere Herausforderung dar sowohl für die Gruppe der Hausärzte als auch für die somatischen Fachärzte und ebenso für Psychosomatiker und Psychotherapeuten

Das Heft stellt die besonderen Entwicklungen der letzten Jahre im Umgang mit dieser Patientengruppe dar. So wurden störungsorientierte Therapieformen entwickelt wie das psychodynamisch-interpersonell orientierte PISO Manual, dessen wichtige Ergebnisse inzwischen auch publiziert wurden. Außerdem wurde im Rahmen der AWMF eine S3-Leitlinie im Umgang mit dieser Patientengruppe entwickelt. Diese Ergebnisse wurden von Frau Hausteiner-Wiehle inzwischen veröffentlicht und sind in einer Kurzfassung unter dem Titel „Pro und Contra“ in der Zeitschrift zu finden.

Die Hauptbeiträge in diesem Heft beziehen sich zunächst auf die Perspektive des Hausarztes in Anlehnung an die Leitlinie unter Bezug auf die Mittel der psychosomatischen Grundversorgung. Daneben wird das Konzept des Konsil- und Liaisondienstes bei den Patienten mit somatoformen Störungen im Krankenhaus beschrieben und in seiner Bedeutung ausgearbeitet. In Anlehnung an die Leitlinie werden Praxistipps zu Gesprächsführung in bestimmten diagnostischen und therapeutischen Situationen in einen weiteren Beitrag vermittelt. Aus juristischer Sicht wird die Verbindlichkeit von Leitlinien diskutiert. Alles in allem ist das Heft ein Plädoyer für ein besseres Verständnis und auf dieser Basis auch für ein besseres Arbeiten der verschiedenen beteiligten ärztlichen und psychologischen Behandler untereinander und mit Patienten und Patientinnen.

Der Heftherausgeber, Prof. Dr. med. P. Henningsen, München, verbindet die Leseempfehlung zu diesem Heft mit dem Wunsch, diese Patientengruppe möge weniger schwierig erscheinen und ihre Behandlung befriedigender sein. Außerdem enthält das Heft Beiträge zur Gesundheitspolitik, zur psychosomatischen Rehabilitation sowie zu Praxiskonzepten. Wie immer veröffentlicht das Heft die Mitteilungen der DGPM und der VPK.