Posttraumatische Belastungsstörung

Als „Posttraumatische Belastungsstörung“ (PTBS) wird im engeren Sinn jedwede seelische Veränderung bezeichnet, die sich nach einer starken seelischen Belastung einstellt. Zumeist geht es dabei um Ängste oder depressive Verstimmungen. Diese können sich als dauerhafte Missbefindlichkeit, aber auch als eine aktuelle Reaktion auf ein jeweils der ursächlichen Belastung ähnliches Geschehen hin einstellen. Ob sich bei einem bestimmten Menschen nach einer seelischen Belastung („Trauma“ = Verletzung) eine PTBS einstellt oder nicht, hängt zum einen von der Art und Weise der Traumatisierung, zum anderen von der Wesensart, der sozialen Situation und dem Alter des/der Betroffenen sowie von der persönlichen Bedeutung ab, welche das traumatisierende Geschehen für den/die Betroffene(n) hatte. Auch der Lebensstil, insbesondere ob dieser häufig oder nur selten mit Gefahren und bereits evtl. durchgemachten Traumata verbunden ist sowie die persönliche Lebenserwartung und die zwischenmenschlichen Kommunikationen oder deren Fehlen vor und/oder nach dem Trauma sind hier von Bedeutung.

Die PTBS kann auch erst Tage oder Wochen nach dem Trauma auftreten, kann sich (mit oder ohne Therapie) verlieren oder (trotz Therapie) lebenslang anhalten. So hat sich bei eigenen Untersuchungen und Therapie (Ploeger) nach schweren Belastungen insbesondere der zwei Wochen langen Verschüttung der Bergleute in Lengede seinerzeit oder der Entführung der Geiseln im Lufthansa-Flugzeug Landshut nach Mogadischu gezeigt, dass eine dauerhafte Beeinträchtigung - vielleicht im Zeitverlauf in unterschiedlicher Intensität - anhalten kann.